CAE Infektion

Caprine Arthritis Encephalitis

Viruskrankheit der Ziegen, die sich bei adulten Tieren als Arthritis und/oder Mastitis äussert. Sehr selten und nur bei Jungtieren tritt eine Encephalitis auf.

Charakteristisch ist eine lange Inkubationszeit und ein chronisch-progredienter Krankheitsverlauf.

Erreger

Caprines Arthritis-Encephalitis Virus (CAEV), Familie Retroviridae, Genus Lentivirus. Enge genetische- und antigenetische Verwandtschaft mit dem Verursacher von Visna-Maedi (VM-Virus, VMV) beim Schaf, weshalb CAEV und VMV heute unter dem Begriff SRLV (Small Ruminant Lentiviruses, Lentiviren der Kleinen Wiederkäuer) zusammengefasst werden.

Die Tenazität der SRLV ist niedrig. Serumanti-körper bewirken keinen Schutz vor der Krankheit.

Klinik/Pathologie

  • Arthritis: bei adulten Ziegen, beginnt mit der Verdickung und Anfül-lung der Bursa präcarpalis, langsamer Gewebszubildung und Flüssigkeitsansammlung im Gelenk (synoviale Hyperplasie) und später in den Sehnenscheiden(“dicke Knie”). Lahmheit tritt erst im Spätstadi-um auf. Die Tiere magern trotz gutem Appetit ab und die Milchleistung geht zurück. Es erkranken nur ca. 1/3 der infizierten Tiere.
  • Mastitis: chronisch-indurativ (Steineuter), wird häufig übersehen. Auffallend ist eine schlechte Milchleistung während der ganzen Laktation, die Milchqualität ist nicht beeinflusst.
  • Enzephalitis: Leukenzephalomyelitis, bei Zicklein im Alter von zwei bis sechs Monaten treten Schwäche, Koordinationsstörungen, später Lähmung der Hintergliedmassen bis Tetraplegie und Festliegen auf. Sie sind fieberfrei und haben einen guten Appetit. Diese Form ist in der Schweiz selten.
  • Pneumonie: eine chronisch interstitielle Pneumonie ist beschrieben. Klinische CAE scheint in der Schweiz als Folge des Bekämpfungsprogramms ausgerottet zu sein.

Epidemiologie

Hauptübertragungsweg ist die Infektion der neugeborenen Zicklein durch virushaltiges Kolostrum bzw. Milch.

Horizontale und intrauterine Übertragung sind beschrieben, scheinen jedoch von untergeordneter Bedeutung. CAEV kann unter natürlichen Bedingungen von der Ziege auf das Schaf übertragen werden und VMV infizierten Schafe stellen ein erhebliches Infektionsrisiko für Ziegen.

Hauptrisiko für Schafe ist die Ammenhaltung von Lämmern durch CAEV-positive Ziegen bzw. Vertränken von infizierter Ziegenmilch an Lämmer. Hauptrisiko für Ziegen: Gemeinsame Haltung von Schafen und Ziegen mit gemeinsamen Futter- und Tränke-Einrichtungen.

Diagnose

Nachweis von Antikörpern im Blut (Serologie), eventuell Verdacht beim Auftreten der typischen Symptome sowie bei Kümmern und Leistungsabfall. Der Virusnachweis aus Monocyten via Isolation/PCR wird nicht routinemässig durchgeführt (Grund: tiefe Viruslast, Hetero-genität des viralen Genoms.

Nur der positive Nachweis ist beweisend. Die Diagnose CAE wird meist im Rahmen der periodischen Bestan-desüberwachungen gestellt.

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